Wandern ohne Taschen
Wandern ist die Situation, in der das Weglassen an eine Grenze stößt. Bei allem anderen auf dieser Seite lautet die Antwort meistens „weniger als du denkst". Hier lautet sie: Es gibt eine Handvoll Dinge, die mitmüssen, und zwar auch dann, wenn du minimalistisch denkst.
Ohne Rucksack geht es nicht
Das ist die unbequeme Wahrheit für eine Seite, die „Ohne Taschen" heißt. Wasser wiegt, und es gibt keinen eleganten Weg, zwei Liter am Körper zu tragen. Wer eine Tour über zwei Stunden plant, nimmt einen Rucksack, und dann verliert die Frage „wohin mit dem Schlüssel" ihre Schärfe: Er kommt in den Rucksack, in ein Fach, das man nicht ständig öffnet.
Was Sicherheit ist und nicht Komfort
- Wasser, mehr als du für nötig hältst.
- Schuhe. Textilfrei heißt nicht barfuß. Wurzeln, Steine und Brennnesseln unterscheiden nicht.
- Etwas zum Überziehen, oben im Rucksack, nicht ganz unten. Es hat zwei Aufgaben: Wärme, wenn der Wind auffrischt, und Kleidung, wenn du sie brauchst.
- Das Handy, geladen und eingeschaltet, als Notrufgerät und als Karte. Nicht zum Fotografieren, dazu weiter unten mehr.
- Etwas zu essen ab einer halben Tagestour.
- Ein Erste-Hilfe-Päckchen, wenn die Tour aus dem Ortsbereich hinausführt.
Der Notruf braucht eine SIM-Karte. In Deutschland sind Notrufe von Geräten ohne SIM seit 2009 nicht mehr möglich, das wurde damals wegen massenhaften Missbrauchs abgeschaltet. Mit eingelegter Karte wählt sich das Gerät im Notfall auch in ein fremdes Netz ein, wenn das eigene keinen Empfang hat. Ein altes Handy ohne Karte im Rucksack ist deshalb kein Sicherheitsgewinn.
Haut ohne Kleidung
Zwei Dinge ändern sich, sobald der Stoff fehlt:
Du kühlst schneller aus. Nicht die Temperatur entscheidet, sondern der Wind. Ein schattiger Kamm bei zwanzig Grad und Zug fühlt sich anders an als dieselben zwanzig Grad im Tal.
Du hast mehr Kontakt mit allem. Brennnesseln, Dornen, Gräser und Zecken. Bleib auf dem Weg, und such dich nach der Tour ab, gründlicher als du es mit Kleidung tun würdest. Sonnenschutz ist ein Kapitel für sich, dazu gibt es einen eigenen Beitrag.
Begegnungen
Der Unterschied zum Badesee ist grundlegend: Am ausgewiesenen Strand wissen alle, worauf sie sich einlassen. Auf einem Wanderweg weiß es niemand. Wer dir entgegenkommt, hat nicht gewählt, und darauf gründet sich das ganze Verhalten hier.
- Etwas zum Überziehen bleibt griffbereit, nicht unten im Rucksack. Das ist der einzige Punkt, an dem die Reihenfolge des Packens etwas mit Rücksicht zu tun hat.
- Abseits gelegene Wege, späte Uhrzeiten, keine Sonntagvormittage auf dem Rundweg am Wanderparkplatz.
- Familien und Gruppen: überziehen, ohne Diskussion.
- Kein Foto, nie. Auf dem Weg schon gar nicht.
Wie die rechtliche Lage dazu ungefähr aussieht, steht in Wie die Rechtslage ungefähr aussieht. Die kurze Fassung: Es gibt kein allgemeines Verbot, aber es gibt Ordnungsrecht, Hausrecht und die Frage, wer sich belästigt fühlt.
Das Auto am Wanderparkplatz
Ein Wanderparkplatz ist über Stunden leer und liegt am Waldrand. Er ist der Ort, an dem Aufbrüche stattfinden, und der Kofferraum ist kein Versteck, sondern der erste Ort, an dem gesucht wird. Was du nicht verlieren willst, nimmst du mit oder lässt es zu Hause. Diese Regel gilt auf der ganzen Seite, hier gilt sie besonders.
Was muss beim Nacktwandern mit?
Wasser, Schuhe, etwas zum Überziehen griffbereit im Rucksack, ein geladenes Handy als Notrufgerät und Karte, bei längeren Touren Verpflegung und ein Erste-Hilfe-Päckchen. Ohne Rucksack geht eine Tour über zwei Stunden nicht auf.
Funktioniert der Notruf ohne SIM-Karte?
In Deutschland nicht. Notrufe von Geräten ohne SIM sind seit 2009 abgeschaltet, damals wegen massenhaften Missbrauchs. Mit eingelegter Karte wählt sich das Gerät notfalls in ein fremdes Netz ein.
Wie verhalte ich mich bei Begegnungen auf dem Weg?
Etwas zum Überziehen bleibt griffbereit, bei Familien und Gruppen zieht man es an. Wer einem auf einem Wanderweg entgegenkommt, hat sich das nicht ausgesucht, anders als am ausgewiesenen Strand.
- Die acht RegelnOrte und RegelnTextilfreiRücksicht in kurzen Sätzen. Gilt am See wie auf dem Waldweg.
- Wie die Rechtslage ungefähr aussiehtOrte und RegelnTextilfreiKein allgemeines Verbot, aber fünf Punkte, die man kennen sollte.
- Sonne auf ungewohnter HautSituationenTextilfreiDer häufigste Fehler beim ersten Mal ist kein sozialer, sondern einer, der drei Tage lang wehtut.
Kommentare
Noch keine. Deiner wäre der erste.