Was das Handy ersetzt und was nicht
Das Handy ist das Werkzeug, das am meisten wegrationalisiert: Karte, Fahrschein, Geldbörse, Taschenlampe, Kamera, Notizbuch, Uhr, Wecker. Auf einer Seite über fehlende Taschen ist es damit der wichtigste Gegenstand überhaupt. Und aus demselben Grund der gefährlichste.
Alles in einem Gerät heißt: Ein Gerät weg, und alles ist weg. Das ist kein Argument gegen das Handy, sondern eines für die Frage, was passiert, wenn es ausfällt.
Was es zuverlässig ersetzt
- Die Karte. Vorausgesetzt, du hast sie vorher offline gespeichert. Am Wasser, im Wald und auf einem vollen Gelände ist Empfang keine Selbstverständlichkeit.
- Den Fahrschein und viele Tickets.
- Das Zahlmittel, siehe Bezahlen ohne Portemonnaie.
- Die Kamera und das Notizbuch.
- Die Taschenlampe. Mit einer Einschränkung: Du hast dann eine Hand weniger frei, und auf dem nächtlichen Weg zum Waschhaus ist genau das der Unterschied.
Was es nicht ersetzt
Den Notruf ohne SIM-Karte
In Deutschland sind Notrufe von Geräten ohne eingelegte SIM seit 2009 nicht mehr möglich, sie wurden wegen massenhaften Missbrauchs abgeschaltet. Ein ausgemustertes Gerät ohne Karte ist deshalb kein Notfallhandy. Mit Karte dagegen wählt sich das Gerät notfalls in ein fremdes Netz ein, wenn das eigene keinen Empfang hat.
Das Dokument
Für Ausweiskontrollen, Anmeldungen und Altersnachweise gilt weiterhin das Papier oder die Karte in der Hand. Digitale Nachweise wachsen, aber sie sind nicht überall akzeptiert, und unterwegs ist die falsche Gelegenheit, das auszuprobieren.
Den Akku
Das ist der eigentliche Punkt. Kälte, direkte Sonne und die Suche nach einem überlasteten Funkmast leeren den Akku schneller, als jede Anzeige vermuten lässt. Wenn Fahrschein, Zahlung, Karte und Verabredung im selben Gerät liegen, entscheidet der Ladestand über den Rest des Tages.
Vier Vorbereitungen, die nichts kosten
- Karte offline speichern, bevor du losfährst. Das ist die eine Sache, an die man nur vorher denken kann.
- Notfallpass und Notfallkontakt einrichten. Beides ist vom Sperrbildschirm aus erreichbar, ohne dass jemand dein Gerät entsperren muss.
- Die Sperrnummer deiner Bank auf einen Zettel, zu Hause hinterlegt. Warum das die wichtigste Notiz ist, steht in Wenn der Schlüssel weg ist.
- Flugmodus, wenn kein Netz da ist, statt das Gerät stundenlang suchen zu lassen.
Wasser
Ein Handy, das mit ins Wasser soll, gehört in eine wasserdichte Hülle, und die gehört an den Körper und nicht aufs Handtuch. Die Bauart, die sich dafür bewährt hat, steht auf der Empfehlungsseite, samt dem Fehler, den man dabei einmal macht: Schlüssel und Handy zusammen in ein Fach zu legen und danach eine zerkratzte Schutzfolie zu haben. Was zu tun ist, wenn doch Wasser hineinkommt, steht in Wenn der Schlüssel weg ist.
Und die Kamera
An einem Ort, an dem Menschen unbekleidet sind, ist ein Handy in der Hand eine Zumutung, unabhängig davon, was du damit tust. Niemand kann sehen, wohin die Linse zeigt, und niemand muss dir glauben. Das Gerät bleibt weg, und wer telefonieren muss, geht dorthin, wo niemand liegt. Diese Regel steht nicht ohne Grund als eigener Punkt in Die acht Regeln.
Was ersetzt das Handy unterwegs zuverlässig?
Karte (offline gespeichert), Fahrschein, Zahlmittel, Kamera und Notizbuch. Als Taschenlampe nur eingeschränkt, weil dann eine Hand belegt ist.
Kann ein Handy ohne SIM-Karte den Notruf wählen?
In Deutschland nicht, das wurde 2009 wegen massenhaften Missbrauchs abgeschaltet. Ein altes Gerät ohne Karte ist deshalb kein Notfallhandy. Mit Karte wählt sich das Gerät notfalls in ein fremdes Netz ein.
Was tun, damit ein leerer Akku nicht alles lahmlegt?
Zwei unabhängige Wege je Funktion: Karte offline speichern, ein zweites Zahlmittel an anderer Stelle, feste Treffpunkte statt spontaner Absprachen, und den Flugmodus einschalten, wenn ohnehin kein Netz da ist.
- Bezahlen ohne PortemonnaieWeglassen statt verstauenGilt für beidesEin Zahlmittel, das überall geht, und ein zweites für den Fall, dass es das nicht tut. Mehr braucht ein Tag nicht.
- Wenn der Schlüssel weg istWohin damitGilt für beidesVier Pannen, in der Reihenfolge, in der sie vorkommen. Und was in den ersten Minuten wirklich hilft.
- Wandern ohne TaschenSituationenGilt für beidesDie eine Situation, in der Weglassen an eine Grenze stößt. Und die Begegnung, auf die es ankommt.
Kommentare
Noch keine. Deiner wäre der erste.